WEINZEIT

Ein Blind Date mit 4 Weißburgundern

Wer die Wahl hat, hat die Qual. So oder so ähnlich könnte man es bezeichnen, im Rahmen der Virtuellen WeinTour, die vom 11. bis 20 März 2022 stattfand, aus insgesamt 22 Weinpaketen mit jeweils 4 unterschiedlichen Weinen den richtigen für sich zu finden. Zugegeben, etwas eingegrenzt wurde das Ganze doch durch die Termine der Live-Ausstrahlung. Insgesamt gab es an den zwei aufeinander folgenden Wochenenden mit zweistündigem Abstand freitags ab 16:30 Uhr insgesamt drei und samstags und sonntags ab 14:00 Uhr jeweils vier von den Online-Weinproben. Ich fand samstags 16:00 Uhr am Besten um neue Weine zu verkosten. Sowohl die Themen als auch die Moderatoren fand ich dann mehr als passend.

Willst du mit mir Weißburgundern?

Weiße Burgundersorten mit Thomas Curtius WM

© Copyright: CurtiusWineConsulting

Der Gastgeber dieser Verkostung ist Thomas Curtius MW. Er ist ein echtes Multitalent: Internationaler Medienprofi, leitender Manager, „Guinness World Records“-Halter (weil er 2015 den berühmten Hoover Damm als gigantische Leinwand für die Premiere eines neuen Trucks nutzte), Tekki und Foodie. On top hält er seit 2019 auch noch den wohl respektiertesten Titel in der Weinwelt: den Master of Wine, den er als bester seines Jahrgangs abschloss. Die Verkostung mit ihm haben es in sich!

Viele kennen Deutschland als Land des Rieslings. Dabei darf man die Burgunder-Rebsorten nicht unterschätzen, immerhin machen sie ungefähr ein Drittel der gesamten Reibflächen aus!

Weingut Heiden (Mosel)

© Weingut Heiden

Im Weingut Heiden in Brauneberg wird vom Rebstock bis zur Flasche im Einklang mit der Natur gearbeitet. Bei Martin Heiden werden die Sektflaschen mit der Hand gerüttelt. Das widerspiegelt sich in der Qualität und dem Geschmack seiner Weine. Angebaut werden Rebsorten Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder, Auxerrois Rivaner, Gewürztraminer und Pinot Meunier. Dazu wird eine bestechende Auswahl nach klassischen Verfahren hergestellter Winzermeistersekte angeboten.

Verkostungsnotiz:
2019, Auxerrois, Winzermeistersekt, Brauneberger Klostergarten (brut, 9 – 14 €)

Die Rebsorte Auxerrois hat ihren Ursprung in Frankreich und ist nach der Stadt Auxer benannt, die zwischen Burgund und Chablis liegt. Der Nase schmeichelt das harmonische Spiel zwischen der Leichtigkeit mit der Fruchtigkeit. Auf dem Gaumen tanzen die Holunderblüten gepaart mit wunderbaren Casisnote. Beim zweiten Schluck kommt auch die Honigmelone heraus. Und somit ist dieser Sekt wie prädestiniert der passender Begleiter zu sommerlichen und mediterranen Speisen und kann nicht nur als Aperitif eine komplette Speisefolge bereichern.

Weingut Engler (Baden)

© Weingut Engler

Das Weingut Engler liegt im Herzen des Markgräflerlands und ist bekannt für seinen Gutedel, Weiß-, Grau- und Spätburgunder. Andrea Engler-Waibel führt in 4. Generation das Weingut. Als sie es im Jahr 2004 übernahm, sah sie sich in erster Reihe eher als Unternehmerin als Winzerin. Getreu dem Motto: Ich will mein eigenes Ding machen, produziert sie unkomplizierte Weine, die einfach zu trinken sind. Leute, die gerne Wein trinken, können sich einfach darauf einlassen. Die große Leidenschaft gilt der naturnahen Erzeugung feinfruchtiger, lebhafter Weine. Diese Leichtigkeit und Moderne und das Bewusstsein für Traditionen findet sich auch in der Neugestaltung der Vinothek wieder.

Verkostungsnotiz:
2020 Weißburgunder, Kabinett, 2-Stern, Mülleimer Pfaffenstück (trocken, 6 – 9 €)

13 % Vol
Säure 5,4 g/l
Restzucker 2,6 g/l

Der kraftvolle Weißburgunder aus dem Hause Engler besticht durch die milde Säure abgerundet durch Fruchtigkeit und einer Portion Frische. Geschmacklich kann man sich auf weiße Wiesenblumen, hier insbesondere eine feine Kamillennote, gepaart mit Quitte und Wiesenkräutern freuen. Großes Kompliment für dieses Wein sind seine vielseitigen Kombinationsmöglichkeiten mit allerart Speisen. Gut vorstellen kann ich mir dazu zum Beispiel ein Caesar Salat mit Geflügel, Sushi, Lachs sowie ein cremiges und würziges Risotto oder Tafelspitz.

Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg (Baden)

© Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg

Die Weinmanufaktur Gengenbach-Offenburg ist eine Kooperative aus der südlichen Ortenau. In kleinbäuerlichen Strukturen bewirtschaften sie insgesamt 250 Hektar Weinberge an den sanften Hängen des Schwarzwaldes. Die Trauben werden überwiegend von Hand gelesen und sortiert, bevor sie in den Weinkellern durch sorgfältige Handwerkerskunst zu Weinen höchster Güte veredelt werden.

Verkostungsnotiz:
2020 Grauburgunder, Spätlese, Premium (trocken, vegan, 9 – 14 €)

13,5 % Vol
Säure: 6 g/l
Restzucker: 3,6 g/l

Dieser frische, eleganter Wein mit wenig Holzeinfluss ist im Vergleich zu dem vor ihn verkosteten Weißburgunder etwas kräftiger und daher kein Einzelgänger, sondern eher ein passender Speisebegleiter. Seine Aromen nach frischer Aprikose und Butter harmonieren einerseits zu weichen Käsesorten, andererseits zu einer schönen deftigen Linsensuppe.

Weinbau Haibacher Freiheit (Pfalz)

© Weinbau Haibaches Freiheit

Ludwik Adamé Haass erzeugt umweltschonend hochwertige Weine, die Hauptrebsorten sind Pinot Noir und Chardonnay. Die Weine haben individuellen Charakter. Ausbau in Eichenholz und Edelstahl. Philosophie: „Zeit für Wein und Menschen“. Damit will er einen Beitrag freundschaftlicher Nachbarschaft in einem freien und demokratischen Europa leisten.

Verkostungsnotiz:
2020 Chardonnay, Der Kuss der Kunigunde, Haibaches Römerbrunnen (trocken, vegan 6 – 9 €)

12 % Vol
Säure 5,6 g/l
Restzucker: 4,8 g/l

Der Wein ist nach Kunigunde, der Retterin von Neustadt am Haardtgebirge benannt. Herr Haase produziert seine Weine mit der Idee und Mission für Freiheit, was mich durch den gegenwärtigen Krieg in Europa bewegt und daher enorm an Bedeutung gewinnt. In diesem Sinne ist dieser Tropfen mit Fruchtigkeit geprägt, angenehm und schön zu trinken. Er schmeckt nach dem reifen Apfel, Birne und Mirabelle und passt zu Gemüsegerichten und zu allen veganen Gerichten.

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